Mérida, Mexiko
Cenoten-Was ist das bitte? Vor ungefähr 65 Millionen Jahren schlug jener berühmte Meteorit hier in der Nähe von Mérida ein, welcher das Aussterben der Dinosaurier bewirkt haben soll. Dabei sollen Höhlen unter Wasser entstanden sein. Die Halbinsel Yucatan lag zu dem Zeitpunkt unter Wasser. Durch tektonische Bewegungen erhob sich das Kalksteinplateau über den Meeresspiegel und Dschungel wuchs über die ehemaligen Korallenriffe. Deshalb findet man hier überall Muschelreste im Gestein. Zum Beispiel in den Steinen der Kirche im Titelbild oder anderen Bauwerken. Mit dem Ende der Eiszeit und dem Anstieg des Meeresspiegels füllten sich die Höhlen mit Wasser. Da das Kalkgestein porös ist und somit das Wasser durchlässt, gibt es hier keine oberirdischen Flüsse. Das Wasser sammelt sich in den unterirdischen Höhlensytemen. Durch das im Regenwasser enthaltene CO2 wird der Kalk ausgewaschen. Wird eine Kalksteindecke zu dünn, bricht sie ein und es entsteht ein Zugang von der Erdoberfläche. Für die Mayas waren dies Eingänge in die Unterwelt. Sie glaubten in den beeindruckenden Höhlen haben die Götter der Unterwelt ihren Sitz. Cenote leitet sich von deren Bezeichnung „Heilige Quelle“ ab.
Und wie ist es darin zu schwimmen?

Schön, spannend und einzigartig. Das Wasser ist türkisblau, wenn Sonnenstrahlen von oben einfallen. Es ist immer 25°C warm. Von der Decke hängen überall Stalaktiten, in manchen Cenoten gibt es auf dem Grund unzählige Stalakmiten. Diese waren mal trocken und erst später mit Wasser geflutet. Es geht 10 bis 20 Meter tief hinunter, teilweise unter den Wänden entlang. Da wo Sonnenlicht einfällt, kann man bis auf den Grund hinab schauen. So was mystisches! Und dreht man sich zum Eingang um, wächst die Dschungelvegetation bis ans Wasser hinunter. Von der Decke hängen Insektennester und Fledermaushöhlen. Es summt und Fledermausrufe sind zu hören. Oh, es gibt hier so viel zu entdecken. Gleich nochmal ein paar Meter tief tauchen.
Nur so am Rande, die Kathedrale von Mérida hat mir besonders gefallen, weil sie nicht barock ist und ich sie wunderschön fand. Sie sieht von außen aus wie die Kirche im Titelbild, nur größer.
Jeden Donnerstagabend finden hier von 21 bis 22 Uhr Gesang, Tanz und Musik statt. Und das schon seit 40 Jahren und Eintritt frei. Sehr coole Sache. Dieser Volkstanz aus Yucatan heißt Jarana.